Wie die deutsche Presse auf Kritik reagiert

Nur um Missverständnissen vorzubeugen: ich befürworte weder Drohungen noch Einschüchterungen oder gar offene Gewalt gegen Journalisten. Aber ich begrüße es, dass heute durch das Internet eine Möglichkeit geschaffen wurde, Journalisten öffentlich zu kritisieren. Journalisten stehen also vor einer für sie ungewohnten Situation – auf die sie ganz offensichtlich überhaupt nicht vorbereitet sind. Man muss die Darstellung z.B. des ARD nicht stark verkürzen, um sie auf die einfache Formel zu bringen: wer Journalisten kritisiert, ist ein Nazi.

Volker Beck versuchte den Umstand für sein persönliches Combeck (Achtung: Wortspiel) zu nutzen, indem er sich im Bundestag für die Journalisten einsetzt. Dieser Einsatz könnte sich als Bärendienst erweisen, denn einer der Kritikpunkte an den Journalisten lautet ja, dass sie bei weitem nicht das Wahlverhalten der Bevölkerung widerspiegeln sondern mehrheitlich grün-rot wählen (auch in den vermeintlich konservativen Medien). Mit seiner kleinen Anfrage im Bundestag hat Beck diesen Vorwurf eindrucksvoll bestätigt.

Die Presse will Freiheit? Soll sie haben.

Sollte sie. Hat sie aber nicht. Und sie fühlt sich offenbar ganz wohl dabei, denn der Druck könnte süßer nicht sein: Werbung und exklusive Journalistenrabatte. Die vielleicht stärkste Macht im Staat, die frei über den Ruf von öffentlichen und privaten Personen verfügen kann, die gesellschaftliche Bewegungen befeuern und ausbremsen kann, für Fehleinschätzung nicht die Konsequenzen tragen muss, lässt sich zu allem Überfluss auch noch hemmungslos durch Werbung und Rabatte bestechen. Eine freie Berichterstattung existiert überhaupt nicht.

Ein zweites Problem ist die künstliche Marktverzerrung durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Er entstand in einer Zeit, in der die Veröffentlichung teuer und daher abhängig von der Werbung war. Um eine möglichst neutrale Grundversorgung zu gewährleisten, richtete man gebührenfinanzierte Rundfunkanstalten ein. Nun ist es mit der Neutralität nicht mehr weit her, und längst dürfen auch die Öffentlich-rechtlichen Werbezeiten verkaufen. Die Finanzierung über Zwangsabgaben ist aber vor allem durch die flächendeckende Verbreitung des Internets fragwürdig geworden. Durch das Internet kann heute jeder mit wenig Aufwand und Kosten die Öffentlichkeit erreichen. Daraus entsteht zwar nicht zwangsläufig Qualität aber Vielfalt! Und genau die sollte durch die Einrichtung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gegenüber den werbefinanzierten Medien ermöglicht werden.

Gäbe es weder Werbung noch Zwangsabgaben, würden die großen Medienkonzerne ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren. Gewinner wären die freien Journalisten – davon abgesehen, dass auch sie keine Rabatte mehr erhielten – und damit die Vielfalt. Ich glaube nicht, dass eine weitere Reglementierung der Presse notwendig ist, denn ich bin von dem Wert der freien Presse überzeugt. Eine wirkungsvolle und sinnvolle Begrenzung kann nur in der Vielfalt der Meinungen bestehen.

Wie könnten die dafür notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen aussehen? “Die Presse will Freiheit? Soll sie haben.” weiterlesen

Das Dilemma der modernen Arbeitswelt

Vermutlich wurde noch so viel über die Arbeitswelt gejammert wie heute. Und gleichzeitig sind sie bereit, freiwillig alles dafür zu opfern. Die Menschen lieben ihren Beruf und leiden an ihm. Sie opfern Beziehungen, Gesundheit, delegieren sogar die Erziehung der eigenen Kinder, um sich ganz dem Beruf zu widmen und jammern darüber, wie viel Arbeit sie haben.

Wenn in den Medien über das Leid des modernen Menschen an seiner Arbeit berichtet wird, sind regelmäßig die Arbeitgeber schuld, die zu viel Druck ausüben. Aber Burnout-Spezialisten weisen aber immer wieder auf Persönlichkeits-Merkmale hin, die einen Menschen zum typischen Burnout-Patienten machen. Es erstaunt nicht, das vor allem hochmotivierte, engagierte, leistungsorientierte Menschen dort genannt werden.

Ohne jetzt eine umfassende Diagnose der modernen Arbeitswelt geben zu können, möchte ich als Theologe auf einen weiteren Aspekt hinweisen: ich bin davon überzeugt, dass das schlechte Gewissen nicht ausgestorben ist. Und ich glaube, dass der Beruf, gerade dann, wenn er zu Leiden führt, das Gefühl für Schuld dämpfen kann. Man erkennt das regelmäßig daran, dass schlechtes Benehmen, sexuelle Sünden, Ungeduld, Selbstmitleid, Lieblosigkeit oder Bitterkeit mit der hohen Belastung in der Arbeitswelt gerechtfertigt werden. Es könnte sein, dass die Überlastung im Beruf also nicht die Ursache, sondern die Folge der Sünde ist. Nicht weil ich viel zu tun haben, bin ich unleidlich, sondern ich arbeite viel, um mir weniger Gedanken um meine Sünden machen zu müssen.

Der Beruf wäre in dieser Funktion ein klassischer Götze: durch Leistung wird Entsühung angestrebt, der Götze kann aber keine wirkliche Vergebung bieten und verlangt nur immer mehr. Diese Form von modernem Ablass, ist gesellschaftlich hoch akzeptiert. Wenn jemand sich krankenhausreif schuftet, sagen zwar alle „Mensch, schon dich doch mal“, aber es klingt immer auch Anerkennung darin mit. Nur zum Vergleich: hätte derselbe Mensch seine Gesundheit durch Ernährung ruiniert, würde er einen deutlichen Unterschied in den Reaktionen zu spüren bekommen – sofern es überhaupt noch jemanden gäbe, der sich für ihn interessiert. Aber sind die beiden Fälle so unterschiedlich? Arbeit ist gut und Ernährung ist gut. Wer sich freiwillig und ohne Not tot schuftet, ist ebenso dämlich wie jemand, der sich totfrisst.

Mein Tipp: nehmt euch in guter altestamentlicher Manier einen Vorschlaghammer und zertrümmert euren  Götzen, und sucht Vergebung dort, wo sie euch gewährt werden kann: bei Jesus.

Über die Prognosefähigkeiten der Evolutionstheorie

Gäbe es auf der Erde nur zwei Bakterienstämme, die miteinander um irgendwelche Mineralien konkurrieren, würde das der Evolutionstheorie ebenso wenig widersprechen wie eine Welt, in der es überhaupt kein Leben gibt. Die Frage ist daher: kann die Evolutionstheorie überhaupt Vorhersagen machen? Wenn sie es nicht kann, ist sie nutzlos. Aber auch unangreifbar, was in der Wissenschaft genau so schlimm ist.

Überspringen wir mal den ersten Schritt der Lebensentstehung, denn darüber sagt sie nichts. Aber was sagt sie überhaupt? “Über die Prognosefähigkeiten der Evolutionstheorie” weiterlesen

Ab wann ist eine Lehre pseudowissenschaftlich?

Die Menschen suchen seit der Antike nach einer Erklärung für das Leben. Man weiß zwar aus unzähligen Experimenten und Beobachtungen, dass Leben immer und ausschließlich nur aus Leben entsteht, aber trotzdem könnte es sein, dass unter den völlig anderen Anfangsbedingungen, die vor langer Zeit auf der Erde geherrscht haben, eine spontane Entstehung des Lebens möglich war. In den letzten 50 Jahren wurden zahllose Szenarien durchgespielt, aber kein einziges dieser Experimente hat die Frage beantwortet. Vielmehr kann man die Probleme, die so eine Erklärung mit sich bringt, viel präziser beschreiben als noch vor 50 Jahren, man weiß also, welche Bedingungen es gegeben haben müsste, bzw. welche sortierende und konstruktive Wirkung sie gehabt haben müssten – und dass die Antwort daher so weit entfernt ist wie noch nie. Das führt dazu, dass einige Wissenschaftler die Frage heute für nicht beantwortbar halten, weil wir die Bedingungen, die vor vielen Milliarden Jahren auf der Erde geherrscht haben, nicht kennen. Der Verweis auf eine Urzeit, in der unsere Erklärungen nicht funktionieren, ist aber reine Metaphysik, weil dadurch ein Raum konstruiert wird, in dem naturwissenschaftlichen Gesetze nicht greifen. Die These von der spontanen Selbstentstehung des Lebens ist dann nicht mehr angreifbar – und sie verlässt das Gebiet der Wissenschaft.

Was müsste passieren, damit ein atheistischer Naturwissenschaftler einsieht, dass die weitere Suche aussichtslos ist? Kann man eigentlich irgendwann die vorläufige Erkenntnis guten Gewissens festhalten, dass Leben nie – auch nicht früher – aus unbelebter Materie entstanden sein kann? Natürlich: Theoretisch könnte man ja in 100 Jahren Lösungsansätze finden, die allem widersprechen, was wir heute wissen. Der Punkt ist nur, dass das für alles gilt und man mit diesem Argument wirklich jede absurde Fragestellung einer wissenschaftlichen Untersuchung für Wert erachten könnte. Wer weiß schon, ob an der Äthertheorie doch etwas dran war? In 100 Jahren?

Alles, was wir zum derzeitigen Zeitpunkt sagen können, ist dass Leben nur aus Leben entstehen kann. Es ist daher Zeit, die Suche nach einer anorganischen Entstehung des Lebens, als das zu bezeichnen, was sie ist: eine Pseudowissenschaft. Es gibt keinen Grund, länger öffentliche Gelder in dieses Forschungsgebiet zu stecken und sie in Schulbüchern zu verbeiten. Private atheistische Forschungseinrichtungen mögen gerne aus ihren weltanschaulichen Gründen weiter Forschung auf diesem Gebiet betreiben. Aber eine staatlich geförderte Forschung auf diesem Gebiet können wir gerne unseren Nachfahren in 100 Jahren überlassen, sofern sie wider alle wissenschaftliche Erkenntnis ernsthafte Hinweise auf die Entstehung des Lebens aus unbelebter Materie finden sollten.

Der Beweis gegen die Existenz des Meeres

Glauben Sie, dass es das Meer gibt? Vermutlich ja. Noch. Aber ich werde Ihnen streng geisteswissenschaftlich beweisen, dass es das Meer nicht gibt.

Gehen Sie in Gedanken ans Meer und zeigen Sie mal darauf. Da gibt es Stellen, die trocken sind, manche die mehr oder weniger nass sind und einen größeren Bereich, der regelmäßig überspült wird. Aber wo genau soll das Meer sein? Finden Sie es nicht mehr? Die Grenze zwischen Land und Meer scheint überholt zu sein. Oder ist es weiter draußen? Da ist Wasser, aber das gibt es auch an  Land, das ja gerade nicht Meer ist. Und dann gibt es ja noch das Brackwasser. Ein klarer Beweis dafür, dass das  Konzept vom Meer eigentlich überholt ist.

Europäisches Parlament ehrt Abtreibungsarzt

Der Sacharow-Preis des Europaparlamentes wurde an Denis Mukwege vergeben, der sich vor allem für die „Behandlung“ von Vergewaltigungsopfern eingesetzt hat. Ich will nicht ausschließen, dass Herr Mukwege auch Wunden behandelt hat, aber mit wenig Recherchen erfährt man,  dass es vor allem um Abtreibung geht. Und jemanden zu feiern, der kleine Kinder tötet… also richtig Feierlaune kommt da irgendwie nicht auf, und daher verschweigt man, worum es eigentlich geht. Was für eine kranke Zeremonie, bei der man jemanden öffentlich für etwas ehren möchte, das so furchtbar ist, das man es öffentlich nicht aussprechen möchte.

Stille Kapitulation

Es ist schwer zu beweisen, dass etwas in der Vergangenheit stattgefunden hat oder nicht. Das gilt insbesondere für die extrem langen Zeiträume, von denen Evolutionsbiologen bislang ausgehen. Wenn man über die Entstehung des Lebens oder der Photosynthese sprechen wollte, konnte man selbstverständlich nie mehr als plausible Szenarien erwarten und entwickeln, also Geschichten erzählen, wie es passiert sein könnte, ohne gängigen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu widersprechen.

Wer die Entwicklung dieser Geschichte aufmerksam verfolgt, stellt fest, dass es immer mehr Biologen gibt, die jede Hoffnung auf ein plausibles Szenario aufgegeben haben und das damit begründen, dass man die tatsächlichen Bedingungen von damals ja nicht kenne. Damit machen sie einerseits deutlich, dass sie weiter unerschütterlich an eine rein natürliche Entstehung des Lebens und der Photosynthese glauben, aber nicht davon ausgehen, jemals das ersehnte Szenario entwerfen können. Natürlich wussten Wissenschaftler auch vorher nicht, wie der Anfang war, neu ist allerdings, dass sie die Suche nach Szenarien nach jahrzehntelanger Forschung aufgeben. Leider findet diese Kapitulation heimlich, fernab der Öffentlichkeit statt.

Über die Probleme, die Entstehung des Lebens zu erklären, habe ich schon häufiger etwas geschrieben, daher möchte ich an dieser Stelle nur etwas zu der besonderen Schwierigkeit einer Evolution der Photosynthese sagen. Die Photosynthese gehört zu den kompliziertesten Abläufen der in der Natur. Nun gibt es auch sonst viele komplexe Vorgänge. Was die Erklärung der Photosynthese aber zu einer besonderen Herausforderung macht, ist die Tatsache, dass sie für fast alle Lebewesen die Grundlage bildet. Außer schwefelabbauenden Bakterien gibt es kaum Lebewesen, die nicht letztlich von der Photosynthese abhängen. Das Problem gilt wie gesagt in der Wissenschaft nicht nur als bekannt, sondern offenbar für immer mehr Wissenschaftler als unlösbar.

Wie sich Südkorea auf das Ende der Diktatur in Nordkorea vorbereiten kann

Wie man am Fall des DDR-Regimes sieht, können Diktaturen schnell zu Ende gehen. Da der Umbruch in Nord-Korea irgendwann kommt, sollte Südkorea sich darauf vorbereiten, indem es die Fehler, die Deutschland nach der Wiedervereinigung gemacht hat, vermeidet:

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