Waren die Nazis familienfreundlich?

Man kann die Familienpolitik der Nazis leicht zusammenfassen: „Mütter“ wurden geehrt, wenn sie gutes Erbmaterial möglichst oft weitergaben. Sie mussten arisch, durften nicht „kriminell“ sein oder „asozial“ sein oder krank sein.
Natürlich wurde das Wort „Mutter“ in diesem Zusammenhang erwähnt, aber tatsächlich wurden Frauen dadurch zu „Zuchttieren“. Um die Fürsorge der Frau für ihre Kinder ging es dabei gar nicht. Zuviel Einfluss der Eltern auf die Kinder konnte Hitler wie jedem anderen Diktator gar nicht recht sein, weil er die ideologische Indoktrination der nächsten Generation lieber unter staatliche Aufsicht stellen wollte („die Jugend gehört uns“). Ab einem bestimmten Alter hörte daher die Bewunderung für die mütterliche Zuwendung zu ihren Kindern auf, und die Kinder sollten nach Möglichkeit ihre Zeit in der Hitler-Jugend und im BDM verbringen.
Gegen eine Arbeitstätigkeit der Frauen hatten die Nazis grundsätzlich nichts einzuwenden. Dass sie zunächst aus der Arbeitswelt herausgedrängt wurden, hatte keine ideologischen Gründe, sondern sollte den Arbeitsmarkt entspannen (was sogar gelang). Als es zu einem Arbeitskräftemangel kam, wurden sie wieder – und oft widerwillig – ins Arbeitsleben zurückgelockt.

Mit Familienfreundlichkeit oder der Achtung vor dem Beruf „Mutter“ hatte die Familienpolitik der Nazis wenig zu tun.

4 Gedanken zu „Waren die Nazis familienfreundlich?“

  1. Guten Tag, lieben Brüder!
    Die Zurschaustellung von Weibern, die meinen, sie hätten etwas zu sagen, wird im Zeitalte des Postmodernismus, da eine krasse und übertriebene und nicht näher reflektierte Meinung wie beim Damenkaffeekränzchen ausgeschwätzt und sogleich durch flinke Medien publiziert wird, gerät immer mehr ins Uferlose; aus dem Ruder ist sie schon lange gelaufen. Nichts gegen vernünftige, gottselige Frauen! Was konnte man wieder in bayrischen Blättern lesen? „Die Kandidatin für den CSU-Vorsitz, G. Pauli, will Ehen auf etwa sieben Jahre befristen. In Zukunft sollten Ehen nur noch befristet abgeschlossen werden, sagte die geschiedene Fürther Landrätin in München bei der Vorstellung ihres Grundsatzprogrammes. Danach könnten die Partner zu einer Verlängerung um einen bestimmten Zeitraum aktiv ‚Ja‘ sagen, schlug Pauli vor. Durch Ehen auf Zeit könnten Scheidungskosten gespart werden. Pauli sieht sich … in der richtigen Partei. Sie sprach sich bei der Vorstellung ihres Wahlprogramms aber gegen das von … der CSU geforderte Betreuungsgeld für Eltern aus, die ihre kleinen Kinder zu Hause erziehen. Auf Einladung des Augsburger Presseclubs wird die streitbare Landrätin … den Journalisten und Besuchern in … der Stadtsparkasse Frage und (statt „Rede“, Buchstapler) Antwort stehen.“ Babylon pur! Wieso schickt nicht gleich die Augsburger Puppenkiste der „streitbaren“ (ich würde eher sagen geschwätzigen, dreisten) Landrätin eine Einladung? Ja, freilich, da sind die Männer noch „lebenslänglich“ mit ihren Weibern verheiratet,in der Puppenkiste!

    Bald ist die lebenslange Gültigkeit und Verpflichtung der Ehe wohl in das Reich der Märchen zu verweisen oder der Puppen!? – wenn wir nicht dagegen von der Hlg. Schrift her argumentieren und dagegen kommentieren – auch wenn uns diese Kaffeekränzchen-Geschwätzigket gewaltig auf den Kittel geht!
    Oder wie seht Ihr es?

  2. Nach meinem ersten Eindruck scheint den Vorstoß niemand besonders ernst zu nehmen, deswegen möchte ich ungern damit anfangen…;-)

    Nur soviel dazu:
    1. die Debatte zeigt tatsächlich, dass wir uns daran gewöhnen müssen, wieder von der Bibel her in der Politik zu argumentieren.
    2. Wir dürfen uns in Zukunft nicht mehr darauf verlassen, dass der Staat christliche Institutionen wie die Ehe schützt. Hier ist wohl wieder stärker die Kirchenzucht gefragt.
    3. Christen sollten sich als wichtigste Fürsprecher der Kinder verstehen. Denn die kommen in Paulis Vorschlag mal wieder nicht vor. Sollen die nach 7 Jahren neue Eltern suchen oder ins Heim oder eine Ausbildung machen (so wie es früher ja tatsächlich mal der Fall war!). Sie wurden mal wieder übersehen.

    Aber wie gesagt, der Vorschlag scheint eher der öffentlichen Belustigung zu dienen, was vermutlich daran liegt, dass die einen keine Lust haben, sich überhaupt 7 Jahre zu binden und die anderen eben doch die Ehe bis zu Tod wünschen. Für eine vertraglich geregelte 7-Jahres-Ehe sehe ich derzeit keinen Markt.

    Gruß
    Moorwackler

  3. tut mir leid, aber dein kommentar ist wirklcih ein wenig blödsinnig. mir als studiertem historiker fällt es schwer, familienfeindliche seiten der ns-familienpolitk zu sehen. das mag zwar politsich unkorrekt sein, ist aber wohl der fall. in der tat findet sich wohl kein deutscher staat in den letzten 200 jahren, der familienfreundlicher war als das dritte reich.

  4. Familienfeindlich waren die Nazis sicher nicht. Aber eben auch nich familienfeindlich. Stell dir einen Spielzeugkonzern vor, der zu einer Jubiläumsveranstaltung eine Hüpfburg aufstellen lässt. Ist das kinderfreundlich? Das würde wohl kaum jemand behaupten. Aber deswegen ist es ja auch nicht gerade kinderfeindlich, denn immerhin kommt es ja einigen Kindern wirklich zugute.

    Ganz ähnlich ist es auch mit der Familienpolitik der Nazis: natürlich kam sie vielen Familien zugute, aber sie war kein Ausdruck eines besonderen Respektes vor Familien oder Kindern, sondern Ausdruck des angestrebten Bevölkerungswachstums der gewünschten Rasse.
    In den Genuss kamen daher nicht alle sondern nur bestimmte Familien, für die es dann in der Tat beachtliche finanzielle Hilfen gab. Als die Mütter dann in der Rüstunindustrie gebraucht wurden, waren die Kinder dem Staat dann ziemlich schnell egal. Und die Fürsorge der Eltern für die heranwachsenden Kinder war ihm sogar ein Dorn im Auge. Das Ziel war die Vermehrung der rassisch reinen Bevölkerung und die ideologische Herrschaft über die Kinder und beides vor allem aus militärischen Gründen.
    Die Absichten der Familienpolitik waren also so leicht durchschaubar wie die Jubiläumshüpfburg des Spielzeugproduzenten.

    Genauso wenig hat natürlich auch unsere Familienpolitik mit Kinder- Familienfreundlichkeit zu tun. Allerdings wählt man heute andere Anreize und hat wohl eher finanzielle und nicht militärische Gründe.

    Und selbst wenn ich mich geirrt hätte, könnte man sicher auch darauf hinweisen, ohne den Beitrag als „blödsinnig“ zu verwerfen, oder?

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